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it Tagen noch und kurz vor seinem Tod, mein Vater
wurde aus dem Krankenhaus nach Hause gebracht. Meine Mutter und ihr
Schwester pflegten ihn zu vor, abwechselnd. Diese Zeiten, der Jahr 1989, turbulenten
Zeiten eines Regimes, dass längst hätte fallen sollen, diese grausamen Zeiten
raubten mein Vater, zu jung noch um zu gehen.
Ich besuchte ihn im Krankenhaus und selten sah
ich jemand in weißen Kittel, als wäre alles leer. Eine ungewohnte
leere Welt nahm ihm gefangen und diese große Leere wollte auch mich verschlingen.
Zu ihm zu gelangen, musste ich zunächst durch eine weiße, große Tür
gehen, die ich nur mit Mühe öffnen konnte. Sie zeigte einen finsteren Raum
voller Betten, die von Menschen belegt waren und in dem mein sterbender Vater,
von einem aufgeknöpften Hemd bedeckt war, das über seinem kranken Körper hing zerknittert. Manchmal erkannte er mich nicht. Er stöhnte und
starrte an die Decke und das machte mir Angst. Ich erinnere mich, dass
meine Mutter mit ihm sprach:
-
Schau tată, Cristina ist da.
Und dann passierte etwas mit ihm, was mir noch
mehr Angst jagte. Der Versuch, sich im Bett zu drehen, sein Blick mir zu zeigen,
misslingt ihm so, dass er immer lauter zu stöhnen begann, als würde ihm jemand
Schmerzen zufügen und letzendlich ihm Tränen aus den Augenwinkeln liefen. Eine nach der andere, Träne für
Träne strömten über sein Kissen und ich verstand nicht, weshalb.
- Tut es dir weh, tata? fragte ich.
Und fest drückte mein Hand in seinem, ich
wusste nicht der Schmerz nachgehen oder mit ihm zu weinen und
Mama
schimpfte mit uns beiden.
Es schmerzt, diese Geschichte zu erzählen.
Ich atme tief und gehe zurück in das verdunkelte
Krankenhauszimmer mit den hohen, riesigen, weißen Wänden, mit schiff hängenden Vorhängen an Fenstern umrahmten von einem weiß gestrichenen Holz, die
nicht mehr weiß aussah.
April war und die Kälte noch schmuggelte sich unter den Fenstern hindurch. Neben dem Bett meines Vaters lag ein Bekannter. Jetzt
weiß ich nicht mehr, ist er vor meinem Vater nach Hause gegangen?
Letztendlich gaben sie ihn frei. Tata erkannte niemanden mehr. Er war hin und her gerissen zwischen dem irdischen
Leben und die danach. Noch war es unentschieden.
Unser Haus, mit viele Menschen, die ein und
ausgingen, und mit Papa im Bett im Wohnzimmer war zu einem Ort des
Schmerzes geworden. Wir standen alle um den Bett herum und sie befeuchten seine Lippen ständig. Er atmete
schwer. Die Kerze wurde angezündet. Der Priester kam und
las ihm vor und scherzte noch mit ihm:
- Vasile, wie konntest du nur denn so enden? Erinnerst dich, als ich dich auf der Straße
fand und ... ich weiß nicht was und weiß nicht wie ...
Und ging der Pfarrer dann. Wir blieben starr zurück. Mein Vater konnte noch nicht gehen, wurde gesagt, er würde auf seine Trauzeugin
warten. Am nächsten Tag sie kam. Sie sprach mit ihm auf
eine ruhige Art.
Danach schickte man mich zu Schule, mich, die nicht
wollte. Ich musste das Haus verlassen, mein Vater sterbend ebenso. Sie versprachen jedoch, mich umgehend zu informieren wenn etwas gäbe. Nicht lange darauf, die Schulsekretärin steckte
ihren Kopf durch die der Tür und rief meine Lehrerin nach draußen. Man sagte mir ich solle besser nach hause gehen.
Ich wollte nur so schnell wie möglich nach Hause und es gelang mir nicht. Ich kam an dem Garten vorbei, in dem ich zum ersten Mal einen Igel sah, und ich war froh, nach Hause laufen und tata erzählen zu können. Am Nachbargarten ging ich auch vorbei und versuchte genau zu beobachten, wer am Fenster stand, denn dort stand ein kleines Häuschen, in dem zwei Figuren lebten: ein Mann und eine Frau.
Je nachdem, wer an diesem Tag hinauskam, konnten wir das Wetter wissen. An dem Tag war es sie.
Als ich im Haus eintrat, kamen Leute auf mich zu. Mein
Vater stöhnte nicht mehr, wie er tat, als ich ihn verlassen musste. Die Kerze
brannte auf seiner Brust und ich begann zu
weinen.